Radiofrequenzablation

Als erstes Krankenhaus in Deutschland hat die Klinik für Nuklearmedizin am Frankfurter Universitätsklinikum die Radiofrequenzablation gegen Schilddrüsenknoten eingesetzt. Damit bietet das Klinikum jetzt eine weltweit einmalige Auswahl an hitzebasierten Behandlungsoptionen.

20 Millionen Menschen in Deutschland haben Schilddrüsenknoten. Die dadurch entstehende Vergrößerung des Organs verursacht verschiedene, teils sehr unangenehme Symptome: Schluckbeschwerden, Halsenge, Druckgefühl, Heiserkeit oder Räusperzwang. Zur Beseitigung der Knoten werden in Deutschland jährlich rund 90.000 Schilddrüsenoperationen durchgeführt. Das ist ein sehr hoher Wert, im Verhältnis zur Bevölkerung nahezu doppelt so hoch wie in den USA und etwa dreimal so hoch wie in England. Jede der Operationen birgt Risiken. So können beispielsweise aufgrund der Nähe zum Kehlkopf der Stimmbandnerv verletzt und die Stimme dauerhaft beeinträchtigt werden. Daher sollte man Operationen nur dann durchführen, wenn sie wirklich notwendig sind. In einigen Ländern ist die Zerstörung von Gewebe mithilfe von Wärme, durch die sogenannte Thermoablation, als Alternative etabliert. So werden international jährlich bereits ca. 7.000 Radiofrequenzablationen an Schilddrüsenknoten anstelle der bisher üblichen Operationen durchgeführt. In Deutschland sind diese Verfahren dagegen noch wenig verbreitet. Eine der effektivsten Varianten der Thermoablation wurde hierzulande bisher überhaupt nicht verwendet: die Radiofrequenzablation. Die Klinik für Nuklearmedizin am Frankfurter Universitätsklinikum, unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Grünwald, hat sie jetzt deutschlandweit erstmalig zur Beseitigung von Schilddrüsenknoten eingesetzt.

Effektivste Lösung zur risikolosen Entfernung

Damit verfügt das Klinikum nun über ein weltweit einzigartiges Angebot zur Behandlung der Schilddrüse mit thermoablativen Verfahren. Hierzu gehören die Mikrowellenablation, die Laserablation und die fokussierte Ultraschallbehandlung. Die Radiofrequenzablation ist im Vergleich zu diesen Verfahren bis zu 70 Prozent kostengünstiger bei gleicher Effektivität. In der Klinik für Nuklearmedizin hat Facharzt PD Dr. Dr. Hüdayi Korkusuz die erste Radiofrequenzablation von Schilddrüsenknoten realisiert. Bei der Methode wird unter lokaler Betäubung eine kleine Sonde durch die Haut in den Schilddrüsenknoten eingeführt. Mithilfe eines Radiofrequenzgenerators wird ein hochfrequenter Wechselstrom erzeugt. Durch die Sonde wird er auf den Knoten gelenkt, und erhitzt diesen. Diese Temperaturerhöhung zerstört den Schilddrüsenknoten schonend, das behandelte Gewebe wird danach vom Körper selbstständig abgebaut. Die Dauer der Behandlung beträgt je nach Größe und Zahl der Schilddrüsenknoten zwischen zehn und 15 Minuten. Ein stationärer Aufenthalt ist dafür nicht notwendig. Durch die Behandlung entstehen keine Narben auf der Haut.

Weltweit einmalige Vielfalt

Die Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Frankfurt ist weltweit das einzige Institut, das verschiedene thermoablative Verfahren anbietet. Nachdem sie im August 2012 die Mikrowellenablation eingeführt hat, sind im Januar 2014 die ersten Patienten mittels fokussierten Ultraschalls an Schilddrüsenknoten behandelt worden. Bei Patienten mit heißen und kalten Schilddrüsenknoten wird eine Kombinationstherapie aus Thermoablation und Radiojodtherapie durchgeführt. Durch die verschiedenen Optionen kann der betroffene Patient je nach Indikation individuell mit dem für ihn am besten geeigneten Verfahren behandelt werden.